Montpellier

September 26th, 2010

Während Toulouse im Südwesten und Nizza im Südosten Frankreichs wohl eher die Städtetrips sind, welche man üblicherweise im Spätsommer macht um noch ein bisschen Sonne zu tanken, ist Montpellier wohl eher ein Zwischenstop auf dem Weg nach Carcassonne, Nimes oder Avignon. Wenn man aber beschließt die Stadt für einen Tag zu besuchen wird man (ich zumindest) die Stadt einfach nur cool finden. Nur 12 km vom Mittelmeer entfernt, die Hälfte der Einwohner sind angeblich Studenten (laut Lonely Planet), ist diese Metropole quicklebendig und es macht Spaß sich einfach mal am Abend durch die Altsttadt treiben zu lassen. Im Vergleich zu Toulouse, ist hier alles ein bisschen hektischer und „chaotischer“, auch die Architektur ist anders. Englisch versteht kaum jemand, so dass man sich spätestens hier ein Wörterbuch zulegen muss, um z.B. beim „Shanghai-Express“ die verschiedenen Speisen, welche nur auf Französich ausgeschildert sind, zu identifizieren.

Bilbao

September 26th, 2010

Ins Baskenland wollte ich ja schon immer mal fahren! Normalerweise fällt dann sofort San Sebastian als destination. Bilbao ist als echte Alternative erst seit 5-10 Jahren wirklich im kommen und momentan (angenehmerweise) noch ein kleiner Geheimtipp bzw. wird in der Regel nur von Kulturliebhabern und/oder Tagesausflüglern besucht. Auch die Preise sind im Vergleich zu dem benachbarten San Sebastian noch relativ moderat. Die Stadt war bis vor 10 Jahren noch eher ein reines Industrie- und Handelszentrum; die Altstadt und das Hafenviertel waren schmuddelig und unattraktiv. Mit dem Bau des Guggenheim-Museum begann 1997 ein Sanierungs-Boom, welcher bis heute anhält. Am besten ist es, die Stadt per Fuß zu erkunden ausgehend vom Casco Viejo — der Altstadt — entlang des Rio Bilbao zum Guggenheim-Museum und den vielen Parks rundherum. Abends hat man die Wahl die Qual der Wahl bezüglich der zahllosen Bars und Cafes in der Altstadt und im Hafenviertel.

Riga

Februar 9th, 2010

Flug mit Ryan Air von Hamburg nach Riga (Lettland) für nur 50€ hin und zurück, inklusive Tax – da kann man nicht nein sagen, oder? Mehr noch, wenn man erst einmal dort ist, dann kann man ab 10€ pro Nacht in einem der vielen Hostels im Stadtzentrum super übernachten. Also nichts wie hin, wenn auch mitten im Winter bei vorhergesagten -8° Tagestemperatur.

Ich wollte ja schon immer mal ins Baltikum, und Riga als alte Hanse- und Hauptstadt an der Ostsee ist laut Lonely Planet die Metropole im Baltikum, welche hinsichtlich Kultur und Nachtleben von den 3 großen Städten Vilnius (Littauen), Tallin (Estland) und Riga (Lettland) am interessantesten ist.  Also dann, auf nach Riga!!

Die Fahrt vom Flughafen in die Innenstadt kann man für 70 Santimi (das Äquivalent zum EuroCent) mit der Bus-Linie 22 am günstigsten machen. Man fährt bis zum Bus-Bahnhof (direkt am Zentral-Markt) und kann dann zu Fuß zum Hostel /Hotel laufen, welche es, wie oben schon erwähnt, genügend und in allem Preis-Klassen gibt. Wir waren im „Red Roofs“ Hostel. Zu dieser Jahreszeit gibt es normalerweise keine Probleme etwas Günstiges zu finden, denn von Dezember bis März ist hier absolute Nebensaison. Nichtsdestotrotz ist Riga im Winter reizvoll – alles ist verschneit, manchmal türmt sich der Schnee and den Straßenrändern über einen Meter hoch, und von den Dächern der Häuser hängen „Tropfsteinhölen-ähnliche“ Eiszapfen. Oft sind die Wege unter solchen Dächern mit herabhängenden Eiszapfen gesperrt!!

Auf jeden Fall sollte man sich extrem warm anziehen, denn es weht immer ein eisiger Wind, welcher die ohnehin schon kalten Temperaturen noch fühlbar kälter erscheinen lassen. Ich habe mir deswegen am vorletzten Tag tatsächlich noch eine der typischen gefütterten „Schapkas“ (russ.: Mützen) mit Ohren-Teilen gekauft.

Essen und Trinken ist hier nicht gerade billig, aber bezhlbar. Wenn man in einem der zahllosen „Kafejnikas“ (Cafes) oder lokalen Imbiss-Restaurants (Pelmeni, Lido) einkehrt, dann wird man für 3-5 Euro für ein warmes Essen und 1-2 Euro für ein großes Bier auf jeden Fall satt. Mein Lieblingcafe war auf jeden Fall der „Leiningrad“.  Das trübe und süße lettische Bier, welches man hier für 2Lat (ca. 3€) trinkt, ist der absolute Burner und man sollte tunlichst darauf achten nicht mehr als 4 x 0.5L am Abend zu trinken, ansonsten kann der Weg zurück zum Hostel auf den verschneiten und glatten Kopfsteinpflaster-Straßen der Altstadt sehr beschwerlich werden ;-).

Die Letten an sich sind so wie ichs mag – kein Wort zuviel und keine oberflächliche Freundlichkeit. Sprachtechnisch kommt man (im Vergleich zu Russland) mit Englich überall weiter.

Moskau

Oktober 7th, 2009

„Moskau, Moskau, Moskau ist ’ne schöne Stadt …“

Eben deswegen muss man unbedingt hinfahren, und das habe ich letzte Woche auch mal gemacht. Bevor es losgehen konnte hieß es allerdings:

(1) Einladung von privat o. (wie in meinem Fall) von berufswegen ergattern

(2) Visa beantragen und dann mit gültigem Reisepass zum nächsten Russischen Konsulat gehen, 2 Wochen warten, dann wieder hingehen und Visa abholen. Zwischendurch kann man die Zeit ja schon mal nutzen um sich einen Lonely Planet zu besorgen und nach günstigen Last Minute Flügen Ausschau  halten.

(3) Dann noch ein bisschen Russisch lernen, insbesondere die Kenntnis des kyrillischen Alphabets ist ungemein hilfreich, wenn man später in Moskau’s Metro und mit den Straßenschildern zurecht kommen will/muss. Gott sei Dank hatte man als Ossi (über 30) vor ewiger Zeit mal Russich in der Schule, somit musste ich nicht bei Null anfangen,     отлично!

So, und dann, nach ca. 2 1/2 Stunden Flug von Berlin-Tegel nach Moskau-Domodedovo  plus 45 minütigem Trip mit dem Aeroexpress nach Paveleckaja станция, ist man da. Was nun? Okay, erst mal ein Ticket für die Metro kaufen – am besten gleich ein 10er Ticket für 120 Rubel (ca. 3,- €). Dieser erste Schritt wäre bei mir schon fast gescheitert, denn man kommt zum Metro Ticketschalter in der Paveleckaja nur durch ein Drehkreuz, für das man ein Ticket braucht – ein klassiches Henne-Ei Problem also. Solange einem keiner sagt, dass man sein Aeroexpress-Ticket nehmen muss um durch das Drehkreuz zum Metro-Ticketschalter zu gelangen, hat man ein echtes Problem. Mit etwas Deutsch/Russich-Kauderwelsch, gemixt mit einer Menge Pantomime und nach 3-maligem Anlauf, schaffte ich es dann doch noch die schon ziemlich genervte Frau am Aeroexpress Ticketschalter (vor dem Drehkreuz; verkauft keine Metro-Tickets!!!) dazu zu bringen mir mit einer Hand das Aeroexpress Ticket vor die Nase zu halten und mit der anderen Hand auf das Drehkreuz zu zeigen, so dass dann bei mir endlich der Groschen fiel.

Danach ging alles wie geschmiert. Rein in die Metro und ab zum Hotel, denn die ersten 3 Tage waren ein Buisness-Trip – lange Geschichte, wenig interessant und deshalb hier nicht weiter erläutert.

Die letzten 2 Tage der Woche, von Fr-Sa hatte ich jedoch zu meiner freien Verfügung und zog sowohl aus Kostegründen, als auch wegen des Spaßfaktors in das Napoleon Hostel, welches nur 20min zu Fuß entfernt ist vom крацная площадь – was übersetzt soviel wie „Schöner Platz“ (tatarisch) oder aber „Roter Platz“ (slawisch) heißt. Welche Deutung richtig ist, dass weiß man nicht so genau; beide Übersetzungen treffen jedoch zu 100% zu !!

Das Napoleon Hostel ist echt spitze. Im Vergleich zu meinem Hotel der ersten Tage kostet hier eine Übernachtung weniger als 1/10 und man hat (im Vergleich zum teuren Hotel) kostenlosen WiFi-Zugang. Die Gäste dort waren bunt gemischt: Russen, Amis, Australier, Engländer, Mexikaner, Höllander und, siehe da, 3 Dresdner.

Am ersten Tag stand auch gleich ein Ausflug zum Roten Platz, dem Kreml und des GUM Kaufhauses an. Leider gab es zwischendurch immer wieder heftige Regenschauer (normal zu dieser Jahreszeit), aber der Trip war trotzdem beeindruckend. Im Kreml selbst war ich zwar nicht drin, denn man darf nur mit „leichtem Gepäck“ rein und muss oben drein noch einen Haufen Geld zahlen, aber das was man von außen sieht – Basilius Kathedrale, Lenin-Mausoleum, Erlöser Turm, Nikolaus Turm, Senatstrum, Arsenalsturm, Auferstehungstor und Alexandergarten sind imposant genug. Im GUM Kaufhaus habe ich dann noch einen чай getrunken und dann gings wieder zurück ins Hostel. Im Hostel gab es neben Becks (mein Hausbier) das lokale Sibirska Korona Bier zu kaufen. Kann man eigentlich nur empfehlen, ist auch nur halb so teuer wie importierte Biere.

Für den zweiten Tag hatte ich mir einen Stadtrundgang zu den Schauplätzen des Romans Meister und Magrita von Michael Bulgakov vorgenommen. Unter anderem waren dies das Paschkov Haus (nähe Lenin Biliothek), auf dessen Dach das Finale zwischen Voland (Teufel) und „Ihm“ (Gott) stattfindet, das Wohnhaus Nr. 10 in dessen Wohnung Nr. 50 Voland und seine Spießgesellen hausten (übrigens hat hier Bulgakov mit seiner Frau wirklich von 1921-1924 gewohnt!!), die Pariarchenteiche in der Malaja Bronnaja Uliza (Stadteil Tverskoy), an denen das Buch mit einem „Todesfall“ (Straßenbahn überfährt Direktor Berlioz, der seinen Kopf verliert) beginnt. Das Wetter war an diesem Tag besser, die Sonne schien fast den ganzen Tag ungetrübt, und es war merklich wärmer.

Am Ende des zweiten Tages stand dann noch die obligatorische Rundfahrt mit der Moskauer Metro zu den schönsten Metro-Stationen an. Selbst wenn das überirdische Moskau von heute auf morgen platt gemacht würde, wäre allein das unterirsche Moskau mit seinen monumentalen Metro-Stationen immer noch eine Reise wert. Die mit Abstand imposantesten Stationen sind Majakovskaja,  Kiewskaja, Novoslobodskaja und die Komsomolskaja. Jede Station ist etwas anders, jedoch ist allen Stationen gemeinsam, dass hier Mamor für die Füßböden verwendet wurde und die Palast-ähnlichen Gewölbe mit Stuck und Kronleuchtern (!) verziert sind. Manche der Station liegen so tief, dass die Rolltreppen in den Untergrund so lang sind, dass man am Anfang das jeweilige andere Ende der Rolltreppe nicht sehen kann; auch fahren die Rolltreppen fühlbar schneller als sonst wo.

Die letzte Aktion des zweiten Tages war dann noch der Spaziergang über den (alten) Arbat, der Flaniermeile von Moskau. War aber nicht so toll, denn dies ist die typische Touristenfalle mit den üblichen Drumherum. Das einzige Interessante auf dem Arbat war an diesem Tag eine Hare-Krishna Demonstration.

Fazit: Moskau ist anders. Es ist die größte europäische Stadt, aber völlig verschieden von London, Paris, Amsterdam, Berin, Stockholm, Barcelona, Lissabon, etc. Zwei oder drei Tage reichen beweitem nicht aus um alles zu sehen. Schon gar nicht, wenn man auch mal ins Nachtleben eintauchen will (das Проект О.Г.И. ist übrigens vorrübergehend geschlossen).  Die Dichte an schönen Frauen ist hier mindesten genau so hoch, wie die Dichte an Polizei und Patroullien des Innenministeriums, welche quasi an jeder Ecke stehen. Englisch versteht kaum jemand auf der Straße, und selbst wenn, dann ist (glaube ich) die Bereitschaft Englisch zu antworten mindestens genauso gering wie in Frankreich.

пока! до свидания!

Stockholm

September 17th, 2009

War die letzten 3 Tage in Stockholm gewesen und kann nur jedem empfehlen diese Stadt selbst einmal zu besuchen. Man kann eigentlich nicht genau sagen, was den Reiz dieser Stadt ausmacht. Architektonisch und kulturell gibt es sicherlich (je nach Geschmack) andere europäische Städte welche mehr zu bieten haben – z.B. Barcelona oder London. Aber die Mischung aus „Gelassenheit“, „Luftigkeit“ (man ist irgendwie immer in Wassernähe) und der gefühlten „Weltoffenheit“ der Stockholmer machen wohl das Besondere dieser Stadt aus.

Wenn man abends nicht auf die Piste geht und Radio im Hotel hat, dann sollte man unbedingt Stockholm närradio (Stockholm community radio) FM 95.3 MHz hören. Hier gibt es von Mo-Mi (vielleicht auch an anderen Tagen?!) ab 21.00Uhr Swing, Blues, Jazz und „Radio Bolivia“ (alles auf Spanisch).

Hallo Welt!

April 6th, 2009

Und wieder ist ein völlig überflüssiger Blog ans Netz gegangen …